Verzinken - technische Hinweise1. Materialauswahl2. Stabilität 3. Aufhängepunkte 4. Oberfläche 5. Hohlräume 6. Verzugsgefahr Generell: Falls Sie sich über die Eignung Ihres Bauteils zum Feuerverzinken im Unklaren sind, empfehlen wir Ihnen, eine Probeverzinkung durchführen zu lassen! Schwierige Fragen, vor allem hinsichtlich der konstruktiven Gestaltung, der Aufhängemöglichkeit sperriger Konstruktionen oder Ähnlichem, können ggf. gemeinsam mit unserem Außendienstmitarbeiter geklärt werden. Bitte sprechen Sie uns hierauf an. 1. MaterialauswahlWeil das Feuerverzinken ein chemischer Prozess (zwischen Eisen und Zink) ist, sind die Bestandteile des Stahls und dessen Herstellungsverfahren von eminenter Bedeutung für das Verzinkungsergebnis. Vor allem die chemischen Elemente Silizium und Phosphor gelten als kritisch für die Reaktionsge- schwindigkeit und infolge dessen den Zinkschichtaufbau. Deshalb sind sowohl Aussehen als auch die mechanischen Eigenschaften der Zinkschicht-Oberfläche durch ihren Einfluss bedingt: Im ungünstigen Fall können sich dicke, unebene bis borkige Schichten bilden, die leicht abplatzen.Einfluss von Silizium und Phosphor auf Zinkschicht:
Deshalb ist bei der Bestellung von Stahlprofilen stets
deren Eignung zum Feuerverzinken gemäß DIN EN 10025-2, Die Eignung zur Feuerverzinkung von Bauelementen aus Gusseisen oder gepresstem Stahlpulver (Zierelemente) sind aufgrund ihrer unbekannten Provenienz (chemische Zusammensetzung, Herstellungsweise, Verunreinigungen, Porosität, Lufteinschlüsse, etc.) stets ungewiss. Für diese Elemente ist eine Probeverzinkung (eines Einzelteils) anzuraten! |
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2. StabilitätWeil das Werkstück in heißes, schmelzflüssiges Zink getaucht wird, muss das gesamte Bauteil in sich genug Stabilität besitzen, um
> mehr zum Spritzverzinken ... SpritzverzinkenBeim thermischen Spritzverzinken werden geschmolzene Zinktropfen auf die zu schützende Oberfläche aufgesprüht. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein diesbezügliches Angebot, bitten Sie allerdings zu bedenken, dass mit den Sprühgarnituren ggf. nicht alle Flächen erreichbar sind (z. B. Hohlprofil-Innenflächen)!
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3. AufhängepunkteDie Aufhängepunkte sind so zu wählen, dass
SchleuderverzinkenBeim Schleuderverzinken handelt es sich um eine Hochtemperatur-Feuerverzinkung (> 530 °C) von ausschließlich kleinen Bauteilen (bis ca. 250 mm Länge und 2 kg Gewicht). Diese werden als Schüttgut in speziellen Körben verzinkt und anschließend in einer Zentrifuge geschleudert. Dadurch erhält man eine von Spitzen und Verdickungen freie Oberfläche mit vergleichsweise geringen Zinkanlagerungen in Löchern, Vertiefungen, Gewinden u. dgl.. Diese dünnere Zinkschicht sieht stets matt-grau aus, weil ihr die oberste Reinzinkschicht fehlt. | ![]() |
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4. OberflächeFür das Feuerverzinken ist eine metallisch reine Stahloberfläche unabdingbar! Während übliche Rost und Zunderschichten unproblematisch sind - weil diese von den Vorbehandlungsmedien der Verzinkerei entfernt werden - darf der Stahloberfläche nichts Fremdes anhaften, wie
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Normgerecht ist eine Ausbesserung mit Allerdings darf die Summe aller Fehlstellen 0,5 % der Gesamtoberfläche nicht überschreiten. Und die einzelne Fehlstelle darf nicht größer als Dabei ist zu beachten, dass die Ausbesserungsfläche auch den intakten Zinkschicht-Randbereich überdecken muss, also stets größer als die eigentliche Fehlstelle ist. Soll das verzinkte Bauteil anschließend noch beschichtet werden, ist das Ausbesserungsmittel hierauf abzustimmen. Für eine Pulverbeschichtung muss es der erhöhten thermischen Belastung standhalten und elektrisch leitfähig sein! 2 Sind nur lokal verzinkte Stellen vorhanden, kommt alternativ zum aufwändigen Entzinken des gesamten Bauteils deren Schutz mit Anti-Zink-Paste infrage, ggf. zusammen mit einer Nachbehandlung mit Zinkstaubfarbe. 3 Stellen, an denen der Grundwerkstoff keinen Zinküberzug aufweist. 4 Ausgenommen sind die Innenflächen nicht begehbarer Hohlkonstruktionen. | ![]() |
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5. HohlräumeHohlprofile sind an beiden Enden so großzügig zu öffnen, dass unten das Zink und oben die Luft zügig ein- und austreten kann. Die Öffnungen müssen sorgfältig an den obersten und untersten Punkten eingebracht werden, weil sonst das Zink nicht in alle Ecken vordringen kann (Luftblasen). Hinsichtlich der erforderlichen Lochgrößen und deren genauer Positionierung bitten wir die Angaben unseres Merkblattes zu beachten, insbesondere dessen Lochtabelle.Merkblatt: Feuerverzinkungsgerechtes Konstruieren (PDF) Nach dem Verzinken können diese Löcher mittels Kunststoff-Stopfen wieder verschlossen werden. Sehr kleine Öffnungen (< 2 mm), z.B. Spalten zwischen überlappenden Profilflächen und Lunker in Schweißnähten, sind zu vermeiden. Hierin können sich Salzsäure-Reste einnisten, die im Laufe der Zeit die Zinkschicht von innen her zersetzen und schließlich als rostbraune Fahne austreten. | ![]() |
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6. VerzugsgefahrWährend das zu verzinkende Bauteil in die 450 °C heiße Zinkschmelze getaucht wird, muss es erheblichen Ausdehnungskräften standhalten- u.z. ohne sich dabei plastisch zu verbiegen! Diese Gefahr ist dann am geringsten, wenn sich das Bauteil gleichmäßig erwärmt. Hierzu sind zwei Voraussetzungen wichtig:
Beim Feuerverzinken werden die aus dem Bearbeitungsprozess (Biegen, Richten, Strecken, Stauchen, Schweißen usw.) herrührenden Materialeigenspannungen teilweise wieder abgebaut (Beruhigung durch Wärmebehandlung). Das kann Formänderungen bewirken. Deshalb sind sogar lose Bleche verzugsgefährdet - wurden diese bei der Herstellung doch häufig kalt gewalzt oder gerichtet!
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